Der Mensch macht einen Plan ...

Eigentlich wollte ich als nächstes ein bis zwei Romane fertig schreiben, die angefangen auf der Festplatte schmoren. Und auf die ich ausgesprochen gespannt bin. Und dann kamen mir in den letzten drei Monaten gleich zwei Sachbuchprojekte ' in die Quere' .


Beide wollten gemacht, geschrieben, gestaltet sein. Nichts zu machen. So entstand zunächst ›Signatur des Menschlichen‹, eine Lesehilfe für einen der schwierigeren Brocken der deutschen Ästhetik-Geschichte: "Über die bildende Nachahmung des Schönen". Autor war, wohl 1788, Karl Philipp Moritz, eine der interessantesten und widersprüchlichsten Gestalten des an merkwürdigen Gestalten wirklich nicht armen 18. Jahrhunderts. Ich habe hier an eine frühere Arbeit anknüpfen können, aber denn doch mehr als 25 Jahre Forschungsliteratur nacharbeiten müssen. Was sich allein schon gelohnt hat, jedenfalls für mich.

 

Und dann ging es noch einmal 100 Jahre zurück. 1688/89 entstand eine seinerzeit wohl viel gelesene, mittlerweile aber wie das Meiste aus der Frühen Neuzeit total vergessene Flugschrift gegen Ludwig XIV. Franckreichs Geist - umfangreich wie ein Buch, wunderbar polemisch (wenn man sich hineingelesen hat), aber ohne Kommentar kaum zu verstehen, weil wir die Bezüge nicht mehr kennen. In meiner Dissertation hatte ich anhand dieser Schrift Argumentationsstile des 17. Jahrhunderts herausgearbeitet. Für die Schrift selbst blieb kein rechter Raum in der Arbeit. Ich publizierte das alles immerhin online. In der Ganymed Edition ist die komplette Schrift aber nun ganz analog erhältlich, als fest gebundenes Buch, mit Kommentar und allem Drum und Dran.

Und  nun geht es wieder an die Romane. Versprochen!